Die Pichert-Sammlung wird zerschlagen

Im Sommer erreichte uns die Meldung, dass die Pichert-Sammlung nach dem Tod des Patriarchen von Pocking in Niederbayern nach Köln zu Toyota Deutschland zieht. Die Freude war enden wollend, aber die Hoffnungen groß:

Klar erfreut es das Herz des Enthusiasten, dass endlich auch ein offizieller Importeur, in diesem Fall Toyota Deutschland, den Wert der eigenen Historie erkennt. Die Sammlung bleibt in einem Stück und geht in kundige Hände.

Das war zumindest der Stand von Ende Juni 2017. Mittlerweile sieht die Welt aber etwas anders aus.

Foto: Toyota Pichert Collection Restauration Group

Laut einem Szene-Insider wurde bzw. wird rund die Hälfte der über 100 Autos versteigert. Darunter auch der sensationell seltene Crown Kombi in Blau, der beim Pichert-Treffen 2009 Teil des Schätzspiels war.

Aber auch mehrere Corona Mk II, Cressida, Corolla, Camry, Carina und Co. wurden verkauft bzw. versteigert, primär an Mitarbeiter und Freunde des Hauses. Ein Großteil der Fahrzeuge, wie ich von besagtem Insider weiß, ging nach Belgien. Dem europäischen Land mit der wohl größten Alt-Toyota-Szene.

Was ist von den Hoffnungen des Sommers geblieben? Toyota Deutschland verkleinert die Sammlung. Damit hätte sich die Befürchtung, dass sie zerschlagen wird, zumindest zu einem Teil erfüllt. Nun bleibt abzuwarten, ob es beim Importeur genug Engagement gibt, die verbliebenen Fahrzeuge auch fahrbereit zu erhalten und sie regelmäßig in deutsche Fachzeitschriften zu bringen, wie das die deutschen Hersteller mit ihren Klassikern schon seit Jahren tun.

Foto: Toyota Pichert Collection Restauration Group

Persönlich muss ich gestehen, dass ich die Verkaufs-Entscheidung in vielen Fällen nicht nachvollziehen kann. Klar sind die meisten der versteigerten Autos in mittelprächtigem Zustand, viele eigenen sich nur als Teileträger oder müssen zumindest teilrestauriert werden. Doch gerade als Importeur sollten die Ressourcen doch vorhanden sein, so manch seltenes Modell Stück für Stück wieder auf Vordermann zu bringen.

Auch weiß ich nicht, ob es gerade in dem europaweit klitzekleinen Special-Interest-Markt für Toyota-Oldtimer genug entscheidungskräftige Käufer gibt, die sich dieser Fahrzeuge annehmen bzw. ob der Markt diese relative Menge an Autos überhaupt aufsaugen kann.

Foto: Toyota Pichert Collection Restauration Group

Und warum man so spezielle und beinahe einmalige Stücke wie einen Crown Combi oder einen Corona Liftback verkauft, ist mir rätselhaft. Mir würden sofort mehrere Gründe einfallen, wie man gerade diese Fahrzeuge in der Modellhistorie auf prominentem Posten positionieren könnte.

Was meint ihr dazu? Schade oder ein logischer Schritt?

Lukas

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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