Bella Italia – Bei der Auto e Moto d‘ Epoca in Padua Teil I

Ein Freund des Hauses war auf der heurigen Auto e Moto d´Epoca in Padua und hat uns in zwei Teilen einen ausführlichen Messebericht aus der Sicht eines Youngtimer-Enthusiasten mitgebracht. Ein besonderes Zuckerl für all jene, deren cuore sportivo für die bella macchine aus Italia schlägt:

Für einen Liebhaber italienischer Autos herrscht auf den italienischen Straßen mittlerweile nur noch Tristesse: Japaner, Deutsche, Franzosen und Koreaner sind schwer in Mode. Kaum noch Fahrzeuge, die in Italien hergestellt werden. Noch trostloser wird es, wenn man dran denkt, dass die letzten italienischen Autos, die noch herumfahren, wie Fiat 500 und Panda oder der Lancia Ypsilon, in Polen produziert werden. Eine Alfa Giulietta oder ein übrig gebliebener Lancia Thesis sind da schon Highlights. Bei einer neuen Giulia kriegt man glänzende Augen … .

Also: Dorthin, wo es noch die Tradition der italienischen Autobaukunst zu sehen gibt: Die Auto e Moto d‘ Epoca in Padua. Nach sechs Stunden Fahrt vom Nordburgenland aus ist man da.

Die Architektur der Fiera (= Messe) läßt Erinnerungen an die Ostblockzeit aufkommen wie auch die Fassaden der Wohnsilos am Standrand der norditalienischen Stadt.

 

Was einen drinnen erwartet ist – wenn man die Präsenz italienischer Klassiker und Youngtimer bei Messen in Österreich oder Deutschland kennt – gewaltig. 5.000 Fahrzeuge, Autos und Zweiräder – sagen die Veranstalter. So ziemlich alles, was irgendwann im Lande des Mozzarella produziert wurde, steht – oder liegt in Bestandteilen – herum:

Fiat 500: na logisch!!!

Lancia Fulvia: Unmengen!!!

Alfa Bertone: zum Saufüttern!!!

Ferrari 308 und 360 Modena: an jeder Ecke mindestens einer!!!

Rare und ganz besondere Stückerl sind selbstverständlich auch zu sehen: Lamborghini, Iso oder Zagato sowieso. Auch Spezialanfertigungen oder – wie am Maserati-Stand -Sonderkarosserien. Und die Fahnen der einst erfolgreichen Rallyezeiten werden mit Fiat 124 und 131 Abarth, Lancia Stratos, Rally 037 oder echten Integrale-Werkswagen hochgehalten.

Originaler Fiat 124 Abarth Werkswagen

Lancia Rally 037

Werks-Integrale von Didier Auriol pilotiert (Integrale heißt auf Deutsch übrigens „Vollkorn“)

Erinnert an vergangene Zeiten: Stratos in Alitalia-Lackierung

Vorkriegsfahrzeuge hingegen stehen im Hintergrund. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Autos ab den 60ern und auf Youngtimer.

Und noch eine markante Beobachtung: Der 911er-Wahnsinn ist auch am italienischen Markt angekommen. In so ziemlich jeder Ausführung und Farbe gibt es sie zu Preisen wie auch bei uns in Österreich. Und erst die Mercedes SL! 109er sind schwer in Mode und auch der 129er ist in der Youngtimerszene schon fix etabliert. Engländer oder Amis hingegen sind eher rar und scheinen nur Nischenpositionen inne zu haben.

Die Zeiten, als man – wie vor wenigen Jahren noch – zu unseren südlichen Nachbarn fahren und einen Youngtimer billig abstauben konnte, sind vorbei. Die Italiener wissen, was sie in ihren Garagen stehen haben. Günstig ist nicht mehr. Wobei auch überhöhte Preise (wie bei Messen üblich) zu berücksichtigen wären. Das sollte bei der Preisschildern insgesamt beachtet werden. Beispielsweise werden für eine komplett restaurierte („…tutti nove…“ – WIRKLICH!!!) 76er Alfetta-Limousine 18.000 Euro verlangt. 😮 

Fazit: Schauen ja. Kaufen nein. Mindestens zwei Tage auf der Messe verbringen. Und einen Tag zur Erholung in „Bella Italia“ dranhängen.

Christian

Das war´s aber noch lange nicht. Freut euch auf Teil II, der mit zahlreichen Fotos zu begeistern weiß.

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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