Von drauß vom Walde komm ich her…

… ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Wobei ich von Weihnachten bis auf Schnee und Eis nicht mehr viel mitbekomme. Früher, vor 25 Jahren, da war das anders. Da hab ich mit meinen Leuten zu den Feiertagen Verwandte besucht. Und natürlich sind wir jedes Jahr auch zur Christmette gefahren. Im Pongau ist es immer sehr schön gewesen, zu Weihnachten. Viel Schnee, zapfig kalt. So wie es sich halt gehört. Damals hat mir das aber noch nichts ausgemacht. Ich war jung und mein Erstbesitzer, der Sepp, hat sich gut um mich gekümmert.

Ein paar TrimLine-Streifen hat er mir gegönnt und weiße Lammfell-Sitzbezüge  gab´s auch. Nach jedem Ölwechsel hat er mir das Altöl mit Druckluft in den Rahmen geblasen. Heute würden sich die ganzen Euro-6-Hanseln aufpudeln, wenn sie das hören. Damals war das normal. Und es hat g´holfen!

Der Sepp und ich, wir sind nicht viel gefahren. Und wenn, dann nicht weit. Er war nimmer der Jüngste und ein Bauernhof macht viel Arbeit. Regelmäßig hab ich Viech-Anhänger gezogen. Meinen Dieselmotor hat er gelegentlich, wie den Traktor auch, mit Heizöl betankt. Aber nicht weitersagen. Hat mir nicht geschadet. Ist halt ein Bauernmotor, in jeder Hinsicht. 😉

Nach langen 20 Jahren ist der Sepp leider recht überraschend gestorben. Dann bin ich für wenig Geld ins Palten-Liesing-Tal verkauft worden. Anfangs noch als Alltagsauto. Damit war´s aber schnell vorbei, als ein Pickerl ein paar Hundert Euro mehr als üblich hätte kosten sollen. „Foa ma eam hoit ouhne Taferl“, hat mein neuer Besitzer gemeint. Und so steh ich jetzt da. Ohne Nummerntafel, ohne gültiges Pickerl, aber keine 100.000km auf der Uhr. Mit einem ordentlichen Verschlussriegel an der Hecktür und Schneeketten vorne.

Das macht aber nichts, weil ich ja nur mehr auf Gemeindestraßen und Privatwegen abseits des Trubels unterwegs bin. Und abseits der Salzstreuung. Das sieht man. Vor einer Woche war ein Typ mit einem versnobten V6-Bruder von mir da. Für ein 26 Jahre altes Nutzfahrzeug hätte ich eine sensationelle Karosseriesubstanz, hat er gemeint. Er war ganz angetan von meiner fast rostfreien, unverbastelten Karosserie, meiner Originalität und meinem verschmutzten, aber einwandfreien Innenraum. Dann hat er mir einen Zettel hinter den Scheibenwischer gesteckt.

Aber bis ich weiß, was das zu bedeuten hat, bleibt mir nur, euch allen ein Frohes Weihnachtsfest zu wünschen!

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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