Umweltzone in Graz – Jetzt ist es soweit!

Seit über vier Jahren wird gejammert, diskutiert und polemisiert, jetzt ist es wohl soweit. Still und heimlich gaben die Reformpartner Voves und Schützenhöfer grünes Licht für eine Umweltzone in Graz und um Graz herum. Die Politik jubelt und heimische Journalisten plappern Presseaussendungen nach, doch was blüht uns wirklich und warum?

Graz hat ein massives Feinstaubproblem, daran führt kein Weg vorbei. Die Beckenlage der Stadt, die dadurch bedingte Windfreiheit und einige Schotterwerke im Norden sorgen gemeinsam für eine um 17 Monate geringere Lebenserwartung eines Grazers im Vergleich zum Wiener. Heuer wurden in Graz die EU-Feinstaubgrenzwerte bereits an 32 Tagen überschritten. Über Sinn und Unsinn von festgelegten Grenzwerten kann man streiten, dass Graz ein Problem hat, steht aber außer Frage. Also was tun?

Ein mächtiges Gebläse in Gratkorn wäre optimal. 😉 Schwierig, da ist es einfacher, ein paar alte Diesel-PKW auszusperren und sich als Retter der Weltgesundheit zu feiern. Ich bin ausdrücklich dafür, etwas gegen die stickige Luft in Graz zu unternehmen. Doch als Lösung kann eine Umweltzone nicht überzeugen. Denn auch wenn man Dieselmotoren der Abgasklassen Euro I – III aussperrt, fahren immer noch genug Benziner herum, die ebenfalls Feinstaub emittieren, die ebenfalls Bremsstaub freisetzen, die ebenfalls Streusplitt und Staub aufwirbeln und die ebenfalls im Stau stehen.

Wirkungsvoller wäre es, beim Hausbrand und der Industrie anzusetzen. Einfacher ist es, den PKW-Verkehr verantwortlich zu machen. Mein 1988er Toyota Camry darf auch weiterhin in Graz seine Runden ziehen, Benziner mit Kat sein Dank. Der 2006er Hyundai Terracan meiner Eltern hingegen muss aber draußen bleiben. So sieht Logik aus… 😉

Jetzt bleibt abzuwarten, wie die Eckdaten genau aussehen werden. Welche Abgasklassen sind betroffen, wird es Ausnahmen für Oldtimer geben, ab wann soll die Zone gelten und wo überall?

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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Eine Antwort zu Umweltzone in Graz – Jetzt ist es soweit!

  1. turboseize schreibt:

    Nur Direkteinspritzerbenziner emittieren Feinstab, Saugrohreinspritzer und Vergaser haben das Problem nicht.
    Bei alten Dieselmotoren ist anzumerken, daß sie zwar signifikant mehr Partikel emittieren – Dieselruß „alter Art“ beinhaltet jedoch recht große „Briketts“, an denen sich der Feinststaub anlagert, und die der Körper noch rausfiltern kann. Der Feinststaub aus einem modernen Direkteinspirzer hingegen geht direkt ins Blut.
    Viel mehr Feinstaub als aus dem Auspuff kommt jedoch vom Bremsen- und Reifenabrieb… und da haben moderne, schwerere Autos ganz sicher keine Vorteile. ist aber auch relativ egal, denn selbst das ist Kinderkram gegen die Feinstaubemissionen des Lkw-Verkehrs.
    Der gesamte Straßenverkehr, Pkw- und Lkw, Abgase wie Abrieb, alt und neu macht ein Viertel der gesamten Feinstaubbelastung aus, Heizungen und Industrie tragen lediglich zu 75% bei.
    Ist doch logisch, daß man deshalb bei den Pkw ansetzen muß!

    In Deutschland verstehe ich das ja noch irgendwie, aber ihr Österreicher habt doch noch nicht einemal eine nennenswerte Autoindustrie, die von den Zwangsenteignungen und den erforderlichen Neukäufen profitieren würde.
    Inkompetenz oder Bösartigkeit? Egal, schön zu wissen, daß wir Deutschen mit diesem Irrsinn nicht allein sind…

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