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Verhängnisvolle Begierde

Manchmal schlägt die Begierde unkontrolliert zu. Ein Verlangen, das man so noch nicht kannte. Und das verhängnisvoll enden kann, wenn man es nicht in den Griff bekommt. Also Vorsicht, Freunde! Gestern hat es mich getroffen. Wie aus heiterem Himmel. Mittlerweile bin ich aber drüber hinweg und kann davon berichten.

Wiedermal waren diese verdammten Gebrauchtwagenbörsen im Internet Schuld daran. Die sind nicht nur verdammt praktisch, um österreichweit nach Gebrauchtwagen zu fahnden, sondern auch verdammt gefährlich, wenn man keinen kühlen Kopf bewahrt. Da taucht doch plötzlich, wie aus heiterem Himmel, ein alter BMW auf meinem Bildschirm auf. Normalerweise keinen zweiten Blick wert, doch der hat was.

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Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Ein 1990er BMW M5 E34 mit 3.6 Liter Reihensechser-Maschine. Die in direkter Linie vom legendären Renntriebwerk des M1 abstammt. Unter 100.000km auf der Uhr, auf den ersten Blick recht schön beieinander. Originale Farbkombination, schöne Felgen. Tolles Auto. Finaler Auslöser für die plötzlich zuschlagende Begierde – Der aufgerufene Preis. Diese legendäre Hochleistungs-Limousine mit reinrassiger Renntechnik (sechs Einzeldrosselklappen, zwei oben liegende Nockenwellen, 315 PS bei 6900 Umdrehungen) und fünfstelliger Laufleistung soll nur knapp 8000 Euro kosten. Ja Sakrament, wie soll man da bloß stark bleiben…

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Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Doch kommt Zeit, kommt Ernüchterung. Einmal drüber geschlafen, verliert die rosarote Brille plötzlich an Farbe. Der harte Hammer der Realität schlägt gnadenlos zu. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die breite, schwarze Niere für den 90er Jahrgang nicht passt. Auf der Motorhaube, die auch nicht original ist, und am Heckdeckel fehlt das BMW-Emblem. “Gecleant”, nennt das der Tuner. Hmmm, sollte es sich doch um eine verbastelte Kiste handeln? Vielleicht sogar mit Frontschaden, der zum Upgrade auf den breiten V8-Look genutzt wurde? Langsam, aber stetig wächst das Misstrauen. Dass der Wagen seit 3 Jahren steht und kein Pickerl hat, setzt dann der Lust auf genau dieses Exemplar schnell einen Schlussstrich.

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Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Also hat der günstige Preis doch seinen Grund. Die interessante Recherche zu Unterhalts-, Reparatur- und Teilekosten für den M5 wirkt wie eine kalte Dusche und beendet die Lust auf den Wagen endgültig. Solche Autos, so faszinierend sie auch sind, wecken meist eine Begierde, die verhängnisvoll sein kann. Solch ein M5 mit Standschäden aus fragwürdigem Vorbesitz birgt finanzielle Risiken, die nur für BMW-Insider abschätzbar sind. Das kann böse enden.

Einen kühlen Kopf bewahren hilft, diese verhängnisvollen Begierden halbwegs im Zaum zu halten. Bis die nächste Kiste auftaucht…

Lukas

Im aktuellen Resümee zur heurigen Oldtimermesse in Tulln hab ich euch auf Grund der großen Zahl an US-Klassikern ein Ami-Bilderspecial versprochen. Tataaa, schon da. Viel Spaß!

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Eine kleine Auswahl an coolen Yankee-Schleudern, die samstags auf dem Messegelände anzutreffen waren. Schön, dass es sie gibt. Liebe Händler: Holt sie ruhig im großen Stil rüber, vielleicht ist auch für mich einmal der richtige Ami mit dabei. Never say never…

Lukas

Oldtimermesse Tulln 2015

oder “Die Abzocker versuchen es wieder”.

Wie jedes Jahr im Mai gilt die Oldtimermesse in Tulln nicht nur als größtes Szene-Event Österreichs, sondern auch als Pflicht-Termin für mich. Natürlich muss man hin. Bekannte treffen, Szenekontakte knüpfen und sich einfach treiben lassen durch die unterschiedlichsten Hallen. Der große Teilemarkt am Freigelände zieht Schnäppchen- und Teilejäger magisch an, zum Gustieren und Staunen reichts immer. Als Anhänger einer Automobilen Randgruppe ist für mich meist nichts dabei, aber statt rostiger Käfer-Türen steh ich sowieso viel mehr auf Prospekte, Bücher, Modellautos.

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Meine heurige Ausbeute

Mager für einen halben Tag Suche, oder? Das liegt aber nicht daran, dass ich so wählerisch bin. Der Großteil der Automobilia-Händler hat schlichtweg komplett den Kontakt zur Realität verloren. Ein Faltblatt mit vier bedruckten Seiten “Mitsubishi Model Range 1981″? 15 Euro Fixpreis. Ein stark gebrauchter “Autokatalog 1973″ mit zerrissenen Seiten und Kaffee-Schaden? 35 Euro. Oder solls der stark bespielte Studebaker Lark Wagonaire von Matchbox, natürlich ohne Karton, sein? 30 Euro bitte!

Diese drei Beispiele spiegeln das Preisniveau und den Optimismus der Händler wieder. Jetzt werdet ihr sagen, die aufgerufenen Preise sind ja verhandelbar. Klar sind sie das. Aber bei so einer Verhandlungsbasis brauch ich gar nicht erst anfangen, über den Preis zu reden. Mal davon abgesehen, dass ein so unverschämt hoher Ausgangspreis die Lust auf ein Geschäft eh schon komplett ruiniert. Liebestöter zu hoher Preis.

Was gibt´s Neues in Tulln? Heuer ist mir die starke Präsenz von US-Klassikern aufgefallen. Auch fernab der Kustom-Kulture-Sonderausstellung waren unterschiedlichste Amis vertreten. In den Hallen, bei den Händlern, auch auf dem Besucherparkplatz. Find ich gut, lockern sie doch den altbekannten Europa-Einheitsbrei deutlich auf. Dass die immer gleichen Mainstream-Geräte ala Benz, Porsche, britische Roadster und VWs noch und nöcher verhältnismäßig sparsam unters Klassikervolk gestreut waren, erfreut das Herz ebenso.

Die subjektiv schönsten Geräte aus den Messehallen:

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Und die subjektiv interessantesten Besucherautos von Samstag Mittag:

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Und wo sind da jetzt die Amis? Die gibt´s in einem “Special”, freut auch drauf!

Die Erkenntnisse der heurigen Messe?

  • Österreich verträgt sicherlich mehr Messen dieser Couleur. Die Besucher reisen aus fast ganz Österreich an, vom Tiroler bis zum Südburgenländer ist alles vertreten. Unverständlich, warum es etwa in Graz keine ähnlich aufgezogene Oldtimermesse gibt. War alles schon mal da.
  • Die echte Old- und Youngtimerszene ist sehr viel breiter aufgestellt und sehr viel farbenfroher als es uns der Inhalt deutscher Klassiker-Zeitschriften weismachen will. Dafür bin ich dankbar!
  • Es gibt bei manchen Oldies zwar mächtige Wertsteigerungen und Preisblasen. Auf Automobilia, sprich Prospekte, Zeitschriften, Modelle u.ä. trifft das aber NICHT zu! Hat das schon mal jemand den Händlern erzählt?

Ich freu mich trotzdem auf 2016!

Lukas

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