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Geschätzte Leser, liebe Freunde!

Irgendwann, da hat alles ein Ende.

Am 12. Dezember 2010 aber war ein Anfang das bestimmende Thema. Damals habe ich mich dazu entschlossen, meinen ganz persönlichen Blog zu starten. Einen Blog, in dem ich all das schreiben konnte und wollte, was mir so durch den Kopf geht. Ohne Rücksicht darauf nehmen zu müssen, ja keine Werbepartner zu vergraulen. Ohne mir ein Blatt vor den Mund nehmen zu müssen, weil ich sonst keine Testwagen mehr bekommen würde. Und ganz ohne übergeordnete Instanz, die bestimmt, welche Themen vorkommen dürfen und welche nicht.

Und so hab ich mich dann auch ausgelebt. Hab heimische Importeure hart kritisiert, vergessene Autos ins Gedächtnis meiner Leser zurück geholt und manchmal auch ordentlich Blödsinn verzapft. Ganze 474 Artikel sind erschienen, in 636 Kommentaren habt ihr Lob und Kritik geäußert. To make a long story short: Geil war´s!

Für mich wird es jetzt Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Ich hab viele Ideen, einige Projekte sind geplant, die Pipeline ist voll. Aber für diesen Blog endet der Weg hier und heute!

Dank euch allen für die Treue! Und vergesst nicht: Heute ist nicht alle Tage. Ich komm´ wieder, keine Frage! ;-)

Lukas

… hab ich Sehnsucht nach der Ferne…

Und manchmal, da hab ich Sehnsucht nach Veränderung. Immer nur Pajeros oder L200 Pick-Ups, immer nur Camrys und Subarus. Das wird selbst mir manchmal langweilig. Tief hinten im autoverseuchten Hirn schlummert ja noch eine geheime Vorliebe meinerseits, die ich in der Öffentlichkeit nur sehr selten erwähne. Jene für Straßenkreuzer Made in Europe, jene für mittelalte Saugdiesel-Benze.

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Genau so ein weißes Schlachtschiff steht zur Zeit in Eisenerz zum Verkauf und schon allein wegen des extrem niedrigen, fünfstelligen Kilometerstands musste ich ihn mir anschauen. Der Mercedes-Benz E220 Diesel mit 95 Saugdiesel-Rössern ist zwar weder für seine überragende Spritzigkeit noch für seine bullige Durchzugskraft bekannt, aber als entschleunigter Cruiser für gemütliche Sonntagsausflüge auf der rechten Spur genau richtig. Besagtes Exemplar der Ausstattungslinie “Elegance” stammt aus erster Pensionistenhand, hatte noch nie ein Radio verbaut und bisher knapp 3000km pro Jahr zurückgelegt. Wer da nicht Lust bekommt, das gute Stück bei schönem Wetter auszuführen und weiterhin so zu pflegen wie Opi das bisher gemacht hat, dem ist nicht zu helfen. Also nichts wie hin. Und wenn alles passt, wird er gleich mitgenommen.

Aber dann in weiter Ferne…

… hab ich Sehnsucht nach zu Haus! Kein Wunder, bei der Kiste. Auf den Fotos sieht er toll aus, aber so bald man davor steht, wird´s richtig gruselig. Auf allen vier Türen und den Kotflügeln versucht Hammerschlag-Lack bis zur Zierleiste, den vorhandenen Rost halbwegs zu überdecken. Was nicht gelingt. Rostrote Spuren auf weißem Lack sind besonders unschön. Die Radläufe hinten sind natürlich auch schon knusprig, rund um die Scheinwerfer schaut´s nicht anders aus. Die 60.000 Kilometer dürften ausschließlich auf salznassen Straßen zustande gekommen sein, unterbrochen von wochenlangem Stillstand in einer feuchten Garage ohne jeglichen Luftzug. Anders kann ich mir das nicht erklären! Selbst die Scheibenrahmen an den Türen sind heftig rostig und mit dem Pinsel gestrichen.

Bei einer solchen Ausgangssituation ist mein Interesse natürlich sofort verflogen. Die sonst obligatorische Probefahrt oder eine genauere Inspektion meinerseits habe ich abgeblasen und schnellstmöglich den Heimweg angetreten. Angesichts eines solchen Zustands kommt keinerlei Lust auf, sich in fernen Benz-Gefilden aufzuhalten.

Lukas

Verhängnisvolle Begierde

Manchmal schlägt die Begierde unkontrolliert zu. Ein Verlangen, das man so noch nicht kannte. Und das verhängnisvoll enden kann, wenn man es nicht in den Griff bekommt. Also Vorsicht, Freunde! Gestern hat es mich getroffen. Wie aus heiterem Himmel. Mittlerweile bin ich aber drüber hinweg und kann davon berichten.

Wiedermal waren diese verdammten Gebrauchtwagenbörsen im Internet Schuld daran. Die sind nicht nur verdammt praktisch, um österreichweit nach Gebrauchtwagen zu fahnden, sondern auch verdammt gefährlich, wenn man keinen kühlen Kopf bewahrt. Da taucht doch plötzlich, wie aus heiterem Himmel, ein alter BMW auf meinem Bildschirm auf. Normalerweise keinen zweiten Blick wert, doch der hat was.

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Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Ein 1990er BMW M5 E34 mit 3.6 Liter Reihensechser-Maschine. Die in direkter Linie vom legendären Renntriebwerk des M1 abstammt. Unter 100.000km auf der Uhr, auf den ersten Blick recht schön beieinander. Originale Farbkombination, schöne Felgen. Tolles Auto. Finaler Auslöser für die plötzlich zuschlagende Begierde – Der aufgerufene Preis. Diese legendäre Hochleistungs-Limousine mit reinrassiger Renntechnik (sechs Einzeldrosselklappen, zwei oben liegende Nockenwellen, 315 PS bei 6900 Umdrehungen) und fünfstelliger Laufleistung soll nur knapp 8000 Euro kosten. Ja Sakrament, wie soll man da bloß stark bleiben…

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Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Doch kommt Zeit, kommt Ernüchterung. Einmal drüber geschlafen, verliert die rosarote Brille plötzlich an Farbe. Der harte Hammer der Realität schlägt gnadenlos zu. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die breite, schwarze Niere für den 90er Jahrgang nicht passt. Auf der Motorhaube, die auch nicht original ist, und am Heckdeckel fehlt das BMW-Emblem. “Gecleant”, nennt das der Tuner. Hmmm, sollte es sich doch um eine verbastelte Kiste handeln? Vielleicht sogar mit Frontschaden, der zum Upgrade auf den breiten V8-Look genutzt wurde? Langsam, aber stetig wächst das Misstrauen. Dass der Wagen seit 3 Jahren steht und kein Pickerl hat, setzt dann der Lust auf genau dieses Exemplar schnell einen Schlussstrich.

bmw_m5_109

Symbolfoto, Quelle: http://www.autowp.ru

Also hat der günstige Preis doch seinen Grund. Die interessante Recherche zu Unterhalts-, Reparatur- und Teilekosten für den M5 wirkt wie eine kalte Dusche und beendet die Lust auf den Wagen endgültig. Solche Autos, so faszinierend sie auch sind, wecken meist eine Begierde, die verhängnisvoll sein kann. Solch ein M5 mit Standschäden aus fragwürdigem Vorbesitz birgt finanzielle Risiken, die nur für BMW-Insider abschätzbar sind. Das kann böse enden.

Einen kühlen Kopf bewahren hilft, diese verhängnisvollen Begierden halbwegs im Zaum zu halten. Bis die nächste Kiste auftaucht…

Lukas

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