Wurmerl 2017

Nach 2015 und 2016 war ich auch heuer wieder bei „Wurmerls Oldtimertreffen“ in der Nähe von Kapfenberg in der Steiermark. Diesmal mit Japan-Verstärkung:

Und das war auch gut so. Heuer war das größte Oldtimer-Treffen des Mürztals mit mehr als 250 teilnehmenden Fahrzeugen, fast komplett Japaner-frei. Einen MX-5 hab ich noch gesichtet, sonst war es ein Heimspiel der alten Mercedes-Benz, der VWs und Opels. Wie sagte ein Teilnehmer mit Jagahut und Lederhose: „Mia keinnan nua Vauweh, Oupü und Pucherl. Sist meigm ma nix!“ Eine Übersetzung für meine bundesdeutschen Leser unterbleibt ganz bewusst. 😉

Und doch ist für jeden was dabei. Von Traktoren und Zweirädern über Old- und Youngtimer bis hin zu LKWs und Bussen ist alles auf Achse:

Leider wird aus dem Treffen ab Mittag schnell ein Zeltfest. Und da steig ich aus. Humptata, Lederhosen, Bier und blöde Sprüche sind nicht meine Welt. Daher ist es jedes Jahr nur ein kurzes Vergnügen. Aber da die Anreise für mich kurz ausfällt, bin ich trotzdem jedes Jahr wieder dabei. Vor allem, um Flagge zu zeigen… 😉

Lukas

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Ist der Ruf erst ruiniert

lebt es sich ganz ungeniert.

Wenn diese weise Erkenntnis auf ein Automobil zutrifft, dann auf den W202 von Mercedes-Benz. Die Fußstapfen des übermächtigen „190ers“ von Anfang an viel zu groß, die Rostprobleme auch und als wäre das nicht schon genug, kommt dann noch der soziale Abstieg dazu, der alte Benze besonders hart trifft.

Vor einiger Zeit durfte ich wieder in den 202er reinschnuppern. Meinen eigenen 96er C220 Diesel Elegance hab ich schon vor 11 Jahren wieder verkauft und seither hatte ich keinen Kontakt mehr zur ersten C-Klasse. Jetzt ist es ein „gemopfter“ 98er C220 CDI Classic mit Automatik, den ich beschnuppern und fahren darf. Genauso 744 Brilliantsilber wie mein ehemaliger Sternenkreuzer.

Die erste Erkenntnis: Das Ding soll 20 Jahre alt sein? Nicht nur dank der 17-zölligen AMG-Felgen und dem nachgerüsteten Avantgarde-Grill will die Kiste zumindest optisch nicht altern. Ein zeitloser Entwurf, großes Kompliment an den Designer Murat Günak!

Nein, das ist keine Anspielung auf die heutige W202-Zielgruppe, der Herr heißt wirklich so. 😉 Die ersten Modelljahre des Nachfolgers W203 schauen mit dem typischen 2000er-Biodesign jetzt schon älter und vor allem veralteter aus als der 202er.

Und fahren tut er auch noch richtig gut, der alte Haudegen. Weit jenseits der 200.000km fühlt er sich trotz zahlreicher kleiner Rempler, in Sachen Wartung schlampiger Vorbesitzer und so manchem technischen Mangel immer noch richtig gut an. Das große, zeitlose Lenkrad liegt toll in der Hand, Das Fahrwerk wirkt vertrauenerweckend straff und doch sehr komfortabel, der großzügige Sitz samt Mittelarmlehne sorgt für Gemütlichkeit und mein linker Ellbogen wandert automatisch auf die Türverkleidung. Geht! 😉

Fährt immer noch richtig gut. Bietet großzügig Platz für vier Erwachsene samt Gepäck. Ist komfortabel und haltbar. Und kostet soviel wie ein Komplettradsatz für die neue C-Klasse.

Für den 202er kann es nur noch bergauf gehen. Das Tal der Tränen liegt hinter den guten Exemplaren. Das einzige Problem dieser unterschätzten Baureihe ist sein ruinierter Ruf. Aber der 202er hat ein Glück, das sich wie ein roter Faden durch seine Existenz zieht: Er wird seinem Ruf nicht gerecht. 😉

Lukas

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So gelingt die Eintragung als „Historisches KFZ“ – Die Nachwehen

In „So gelingt die Eintragung als „Historisches KFZ“ – Pro & Contra“ hab ich euch was versprochen:

Sobald alle Papiere bei mir eingetroffen sind, sobald alle Eintragungen schwarz auf Weiß vor mir liegen und sobald die ganze Geschichte samt Eintragung im Zulassungsschein durch ist, gibt´s den letzten Teil. Meine ganz persönliche Meinung und Einschätzung zu diesem Prozedere.

Jetzt ist es soweit, jetzt muss ich mein Versprechen einlösen. Würd´ ich es wieder tun?

Ein klares JA. Ich werde es sicherlich wieder machen, wenn es sich aufgrund des Fahrzeugalters von 30 Jahren anbietet. Ja, es ist eine aufwendige Geschichte. Aber im Rückblick muss ich gestehen, dass die meiste Zeit Warterei ist.

  • Warten auf den Auszug der approbierten Liste.
  • Warten auf einen Termin beim Gutachter. Den man bitte nur auf persönliche Empfehlung auswählen sollte. Es sind zahlreiche schwarze Schafe im Umlauf, die das ganze Prozedere künstlich kompliziert reden, um dann doppelt abkassieren zu können.
  • Warten auf den Termin bei der Landesregierung. Der schnell möglich ist, wenn man direkt zur Landesprüfstelle fährt. Auf den man aber lange warten muss, wenn es eine Außenstelle in den Bezirksstädten sein soll.
  • Warten auf den Eintrag im Typenschein. Wobei das in den Landeshauptstädten  auch schneller geht als in den Bezirken.

Ist die Warterei aber einmal erledigt, das richtige (!) Fahrtenbuch besorgt, der Typenschein mit Zusatzblatt wieder am Mann und der Zulassungsschein auf einer Zulassungsstelle aktualisiert worden, ist es geschafft. Dann gilt es nur noch, sich um eine ordentliche Versicherung zu kümmern.

Ich verstehe bis heute nicht, warum viele Auto-Enthusiasten ihre austauschbaren Alltagsgurken mit einer Teil- oder sogar Vollkasko versichern, den geliebten und in vielen Fällen unwiederbringlichen Oldtimer aber nicht! Aber wenn etwas passiert (Hagel, Diebstahl, Brand, Wildschaden, Vandalismus etc.), dann ist das Gejammer groß. Vorher dran denken, Leute!

Mein Dank geht besonders an Rainer Adam, der sich nicht nur als Szene-Insider für die Akzeptanz japanischer Old- und Youngtimer in Österreich einsetzt, sondern mir auch Rede und Antwort gestanden ist. Danke dir dafür, Rainer!

Und jetzt ist die Supra dran…

Lukas

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