Die Konkurrenz im eigenen Haus

Für Opel läufts schon lange nicht mehr so richtig rund. Die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz fährt seit Jahren Verluste ein, für General Motors ist die europäische Sparte ein Klotz am Bein und Werksschließungen stehen schon seit Jahren im Raum. Auch wenn sich die Opelaner in Rüsselsheim samt ihrem neuen Chef Thomas Sedran redlich bemühen, das Mutterschiff GM wirft dem europäischen Sorgenkind ordentliche Prügel in den Weg.

Die GM-Tochter Chevrolet, zumindest in Europa primär mit koreanischen Ex-Daewoo-Fahrzeugen auf dem Markt präsent, ist für Opel wohl die größte Konkurrenz. Und das aus dem eigenen Haus.

In Sachen Kleinwagen ist man bei Chevrolet besser aufgestellt als Opel. Der Stadtfloh Spark und sein größerer Bruder Aveo sind zwar im Vergleich zum Agila und besonders zum Corsa sehr vom Rotstift geprägt, und das merkt man ihnen auch deutlich an, aber billiger ist in diesem Segment einfach besser. Zumindest dann, wenn man ordentliche Verkaufszahlen erreichen will oder muss. Bei Opel muss wieder ein billiger, aber gut gemachter Kleinwagen her, der den Nerv von Fahranfängern ebenso trifft wie den der Arztgattin.

In der Kompaktklasse macht der erfolgreiche Cruze dem Astra mächtig Feuer unterm Bodenblech. Der Nachfolger des Daewoo Nubira ist in jeder der drei wählbaren Karosserieversionen billiger als der Astra, baut aber auf der selben Plattform auf und sagt der klassischen Kadett/Astra-Kundschaft wohl auch optisch eher zu als der aktuelle Astra. Dass ein sportlicher Dreitürer ala Astra GTC fehlt, spielt keine Rolle, wenn man sich dessen Verkaufszahlen betrachtet.

In der gehobenen Mittelklasse spielt Opel mit dem Insignia nur die zweite Geige gegen die übermächtige Konkurrenz namens Passat, A4 und Co., mit nennenswerten Verkaufserfolgen des Chevrolet Malibu ist nicht zu rechnen. Dass der Malibu auf der selben Plattform wie der Insignia aufbaut, spielt da auch keine Rolle mehr.

Lediglich bei den Vans hat Opel in Europa die Überhand behalten. Konkurrenzmodell für den Meriva gibts bei der koreanisch-amerikanischen Tochter Chevrolet keines, der Chevrolet Orlando macht dem Zafira das Leben auch nicht schwerer als es ohnedies schon ist und auch der Zafira Tourer muss keine hausinterne Konkurrenz fürchten.

Absurder ist da schon, dass mit dem Chevrolet Volt und dem Opel Ampera hierzulande zwei optisch und technisch beinahe idente Plug-In-Hybridfahrzeuge angeboten werden, der Basispreis des Volt aber 3000 Euro unter dem des Ampera liegt.

Mit Chevrolet hat man der Marke Opel einen internen Konkurrenten vor die Nase gesetzt, vergleichbar mit Skoda und Volkswagen. Doch das Image der Marke Opel und die Markentreue der Kunden ist mit jener von VW nicht vergleichbar. Volkswagen lebt, egal ob mit oder ohne Skoda. Wie lange Opel im internen Wettbewerb mit Chevrolet bestehen kann, bleibt abzuwarten.

Lukas

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Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.
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2 Antworten zu Die Konkurrenz im eigenen Haus

  1. YoungtimerBlog schreibt:

    Zumal: Volkswagen hat sich wirklich Mühe gegeben, jeder eigenen Marke auch eine eigene Identität mitzugeben. Die von Opel wurde vernachlässigt, die von Chevrolet gibt es in Deutschland nicht. Ohne eine klare Differenzierung schießt man sich eigentlich strategisch in beide Knie

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