Automobile Freiheit auf Rumänisch

Hierzulande nimmt der Großteil der autofahrenden Bevölkerung an, dass die Geschichte der Rumänischen Marke Dacia erst mit dem Logan beginnt. Weit gefehlt, bei Dacia ging es bereits 1968 mit dem Lizenzbau des Renault 8 los.

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Den Dacia 1100, der nur als Lückenbüßer, bis der Renault 12 zur Lizenzproduktion freigegeben wurde, eingesprungen ist, hat man 1970 wieder eingestellt. Heute einen zu finden erinnert an die berühmte Nadel im Heuhaufen, selbst eingefleischte Dacia-Fans suchen in Rumänien meist erfolglos.

Der Dacia 1300, Lizenzbau des Renault 12 und DER Dacia schlechthin, startete 1969 und blieb bis 2004 im Programm. Knapp 2 Millionen produzierte Exemplare machen ihn zum erfolgreichsten Wagen Rumäniens. Ihn gabs in 5 verschiedenen Karosserieversionen (Sedan, Coupe, Kombi, Hatchback und Pick-Up), mit unzähligen Facelifts und Weiterentwicklungen. Aber drunter blieb es immer der Renault 12 aus den 60ern. Cool!

Dacia_1300

Ablösen hätte ihn ab 1995 der Dacia Nova sollen. Der war laut Aussage einiger Experten das erste komplett in Rumänien entwickelte Auto, An den Gerüchten, dass er auf dem Peugeot 309 basieren soll, dürfte nichts dran sein.

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Bereits 2000 wurde er zum Dacia SupeRNova (Schreibt man wirklich so!) weiterentwickelt, die alten Motoren gegen modernere Aggregate ersetzt (wieder von Renault) und die Radkappen dürften sie auch geändert haben. 😉 2003 dann schon wieder ein Facelift, diesmal der Namenswechsel von SupeRNova zu Solenza. Optisch ein klein wenig überarbeitet, ausstattungsmäßig an das 21. Jahrhundert angepasst (Klima, elektr. Fenster, ABS) und 2005 nach 2 Jahren Bauzeit bereits wieder eingestellt.

Ablösen konnte er den beliebten Dacia 1300 nie, das hat der Nova mit dem Porsche 928 oder der Citroen Dyane gemein. Der alte Haudegen ist immer beliebter als das künstlich zum Nachfolger hochstilisierte Modell.

Das Ende von 1300 und Solenza besiegelte der Dacia Logan, den auch hierzulande jeder kennt. Was man vom Dacia 500 Lástun nicht behaupten kann. Ich hab noch nie einen gesehen. Zwischen 1986 und 1992 produziert, sollte der 500 Lástun der Stadtwagen schlechthin werden.

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Der Zweizylinder-Motor mit einem halben Liter Hubraum und 23 PS reichte wohl aus, um die Kunststoffkarosserie auf über 100 km/h zu beschleunigen. Ausprobieren wollten das aber nur besonders Mutige. Aufgrund massiver Verarbeitungsmängel und zu wenig Platz im Innenraum war dem Kleinstwagen kein langes Leben beschieden.

Staatsfunktionäre mussten in den 80er Jahren natürlich nicht die Fahrzeuge des gemeinen Volkes nutzen, sondern konnten auf den Dacia 2000 zurückgreifen. Herkömmliche Renault 20, die zwischen 1981 und 1989 in Lizenz und sehr kleiner Stückzahl produziert wurden.

Dacia2000-2

Mit der Einstellung des alten Herrn 1300 und des Solenza endet der unbekannte Teil von Dacias Geschichte, es übernimmt 2004 der Logan.

Gibts Besitzer alter Dacia aus der Vor-Logan-Ära in Österreich? Wenn ja, meldet euch bei mir und schickt mir ein Foto auf themenvorschlag@gmx.at.

Lukas

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Mit Herz und Hirn - immer hinterm Lenkrad und am Puls der Straße.
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2 Antworten zu Automobile Freiheit auf Rumänisch

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