Lancia und das Ende mit Schrecken

Jetzt ist es offiziell: Die „Fiat Chrysler Automobiles“ hat den Verkauf der Marke Lancia mit Ende April außerhalb Italiens vollständig und endgültig eingestellt.

Lediglich am Stiefel bleibt der Ypsilon noch auf dem Markt. Wohl aus purer Sentimentalität.

Doch Moment? Was gab´s denn hierzulande die letzten Jahre zu kaufen, wenn es unbedingt ein neuer Lancia hätte sein müssen?

Der Lancia Voyager wird am ehesten in Erinnerung bleiben.

Der natürlich ein Chrysler Voyager ist. Und eigentlich beliebt. Bis zum Namenswechsel. Ende 2011/Anfang 2012, als die Embleme von Chrysler auf Lancia umgestellt wurden, hab ich mit einigen Voyager-Fahrern gesprochen. Ausnahmslos alle meinten, sie würden sich das Auto schon allein wegen dem italienischen Emblem nicht kaufen. In jedem Gespräch wabberte der Stolz auf das „amerikanische Auto“ und die Abneigung gegen italienische Marken zwischen den Zeilen herum. So konnte er nur zum Flop werden.

Gab´s da sonst noch was?

Eigentlich ja, auch wenn sie in unserem Straßenbild nie wirklich vorgekommen sind:

Der Lancia Flavia

ist in Wahrheit ein Chrysler 200, ehemals Chrysler Sebring, ehemals Chrysler Stratus. Alle schon kein Ruhmesblatt der US-Autoindustrie und erst recht fehl am Platz unter der Flagge der ehemals radikalen und hoch innovativen Ingenieursmarke Lancia.

Der Lancia Thema

trägt einen großen Namen, pflegt einen großen Auftritt, ist ein dickes Auto. Und doch bleibt es eine Mogelpackung. Nämlich ein Chrysler 300, bei uns besser bekannt als Chrysler 300C. Der auf der alten Mercedes-Benz E-Klasse W210 basiert. Und da ist es wieder, das Dilemma: US-Car-Freaks wollen ihn nicht, wegen der „Sissy-Marke“ Lancia am Kühlergrill. Und Italo-Connaisseure wollen ihn nicht, wegen seiner Yankee-Abstammung.

Und dann bleibt da noch der kleine Ypsilon.

Ein Bruder des Fiat 500. Auch nicht mehr ganz taufrisch, aber als einziger Italo-Lancia wenigstens authentisch und vor allem auch ganz schön cool. Mein Tipp: Noch schnell einen fast Neuen kaufen, im Idealfall ein Sondermodell wie den „Ypsilon S MOMO-Design“. Nur echt mit Twin-Air-Zweizylindermotor. 😉 Das Ding wird ein Klassiker. Ganz sicher.

Das Modellangebot der letzten Jahre war dieser Marke so unwürdig, dass ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Also lasst uns der Marke Lancia nicht hinterher trauern. Solange es Enthusiasten gibt, in deren Garagen echte Lancias der Vergangenheit gehegt und gepflegt werden, lebt die Marke weiter. In den Herzen ihrer Fans.

Lukas

 

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Über Lukas

Ein Steirer, der gern lenkt und dabei denkt.
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